Chemnitz-Kaßberg: Neun Minderjährige nach Angriffen auf zwei Frauen ermittelt

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Chemnitz – Nach den Angriffen auf zwei junge Frauen an Bushaltestellen im Chemnitzer Stadtteil Kaßberg haben Ermittler neun minderjährige Tatverdächtige identifiziert. Das teilte die Polizeidirektion Chemnitz mit. Fast alle sind Mädchen, drei der Verdächtigen sind noch im Kindesalter. Sie sind zwischen elf und 17 Jahre alt.

Die Taten hatten sich am 19.09.2026 zwischen 21:10 Uhr und 21:25 Uhr in der West- und der Henriettenstraße ereignet. Die beiden Frauen, 23 und 24 Jahre alt, wurden leicht verletzt und von Rettungskräften versorgt. Die Gruppe hatte auf sie eingeschlagen und eingetreten. Der 23-Jährigen nahmen sie außerdem Bargeld, Tabak, einen Pullover und das Smartphone ab, das rund 1.200 Euro wert war.

Die Kriminalpolizei Chemnitz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung, Bedrohung und räuberischem Diebstahl. Die Polizei hatte bereits am Tag nach den Taten, am 20. September 2026, darüber informiert.

Wie die Verdächtigen gefunden wurden

Bei der Identifizierung halfen laut Polizei die Wiedererkennungsspezialisten der Polizeidirektion Chemnitz. Wichtig waren zudem Videoaufnahmen aus dem Bus, mit dem die Gruppe am Tatabend von der West- zur Henriettenstraße gefahren war.

Das gestohlene Handy fand inzwischen eine unbeteiligte Person, es wurde der Geschädigten zurückgegeben. Darauf waren Videos gespeichert, die die Verdächtigen selbst aufgenommen hatten und in denen sie mit den Taten prahlten.

Die Gruppe besteht aus acht Mädchen und einem Jungen. Die Ermittlungen laufen weiter. Offen ist noch, wie sich jeder Einzelne konkret an den Taten beteiligt hat.

Randbemerkung

Dass die Ermittler die Verdächtigen identifizieren konnten, zeigt, wie viel Videomaterial heute zur Aufklärung beitragen kann. Für die Betroffenen bleibt die Frage, wie die Beteiligung jedes Einzelnen bewertet wird. Bei so jungen Verdächtigen gilt bis zur Klärung besonders die Unschuldsvermutung.

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