Zwickau: Zwei Senioren übergeben nach Schockanrufen Bargeld

Zwickau und VogtlandLandkreis ZwickauZwickau: Zwei Senioren übergeben nach Schockanrufen Bargeld

Zwickau – Telefonbetrüger haben in Zwickau zwei Senioren um ihr Erspartes gebracht. Das teilte die Polizeidirektion Zwickau mit. Beide Fälle ereigneten sich am Donnerstagnachmittag, 22.10.2026, in den Ortsteilen Marienthal und Schneppendorf.

In Marienthal klingelte gegen 15:30 Uhr das Festnetztelefon eines Mannes. Am Apparat war ein angeblicher Arzt, der behauptete, ein naher Angehöriger sei schwer erkrankt. Für die Behandlung sei eine hohe Geldsumme nötig. Der Anrufer wollte wissen, wie viel Bargeld der Senior zu Hause habe, und forderte ihn auf, es in einen Briefumschlag zu stecken und einem Abholer zu geben. Der Mann folgte der Anweisung und gab dem Abholer einen niedrigen fünfstelligen Betrag in bar mit.

Laut seiner Beschreibung ist der Abholer schlank, dunkel gekleidet und zwischen 17 und 18 Jahre alt, seine Größe liegt bei 1,50 Meter bis 1,60 Meter. Die Kapuze habe er über den Kopf gezogen gehabt.

Gegen 16:00 Uhr erhielt eine Seniorin in Schneppendorf einen sehr ähnlichen Anruf. Auch sie händigte einem Unbekannten eine niedrige fünfstellige Summe in bar aus. Der Mann war nach ihrer Beschreibung 40 bis 50 Jahre alt und etwa 1,65 Meter bis 1,70 Meter groß, mit dunklem Teint, ohne Bart, in dunkler Stoffhose und dünner, dunkler Jacke.

Ob die beiden Taten zusammenhängen, prüft die Polizei in den laufenden Ermittlungen. Sie fragt: Wer hat eine der Geldübergaben beobachtet? Wer kann weitere Angaben zu den Abholern machen? Wer hat in Verbindung mit den Abholern Fahrzeuge bemerkt?

In Kürze

  • Wann und wo: 22.10.2026, 15:30 Uhr, Zwickau, OT Marienthal
  • Wann und wo: 22.10.2026, 16:00 Uhr, Zwickau, OT Schneppendorf
  • Hinweise an die Kriminalpolizei: 0375 428 4480

Zusammenhang

Die Polizei Sachsen beschreibt auf ihrer Website mehrere Varianten des Schockanrufs. Bei der Variante mit einer schweren Erkrankung oder Verletzung gibt sich der Anrufer als Arzt oder Krankenhauspersonal aus. Er behauptet dann, ein Angehöriger oder guter Freund liege nach einem schweren Unfall oder wegen einer akut lebensgefährlichen Krankheit in einer Klinik.

Die Polizei weist darauf hin, dass sich derartige Anrufe an eindeutigen Kennzeichen erkennen lassen. Ärztliche Behandlungen und lebensrettende Medikamente sind nach Angaben der Polizei niemals von einer vorherigen Geldzahlung abhängig. Außerdem drängen die Täter ihre Opfer zur Eile, damit diese nicht in Ruhe überlegen können.

Zum Schutz rät die Polizei, niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte zu übergeben und am Telefon keine Auskünfte über persönliche und finanzielle Verhältnisse zu geben. Wer einen solchen Anruf bekommt, soll einfach auflegen, mit Angehörigen oder Nachbarn sprechen und im Verdachtsfall die Polizei verständigen. Familienmitgliedern rät die Polizei, das Thema Telefonbetrug mit den älteren Verwandten ganz offen zu besprechen und gemeinsam ein Codewort zu vereinbaren.

Wer bereits Opfer geworden ist, soll sich nach Angaben der Polizei Sachsen in jedem Fall an die Polizei wenden und Anzeige erstatten. Das geht beim zuständigen Polizeirevier, über die 110 oder bei der Onlinewache der Polizei Sachsen. Jede Anzeige helfe den Ermittlern, neue Betrugsmaschen früh zu erkennen. Die Polizei betont: „Schuld sind nicht die Opfer, sondern immer die Täter!“

Randbemerkung

Beide Fälle zeigen, wie gezielt die Täter ältere Menschen am Festnetz ansprechen. Hilfreich ist der Rat, bei solchen Anrufen sofort aufzulegen und selbst bei der Familie nachzufragen. Wer Eltern oder Großeltern hat, sollte das Gespräch darüber vorsorglich führen, ohne Vorwürfe. Offen bleibt, ob die Taten zusammenhängen.

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