Dresden – Der Freistaat Sachsen hat in diesem Jahr 22 Vorhaben von Tafeln mit Fördergeld für Investitionen bedacht. Bewilligt wurden über 340.000 Euro, teilte das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt mit. Anträge kamen unter anderem aus Plauen, Freiberg und Schneeberg, aber auch aus Dresden, Leipzig, Chemnitz, Bautzen, Gröditz, Grimma und Zittau.
Das Geld soll den Betrieb der Tafeln in den Bereichen Logistik, Räumlichkeiten, Sicherheit, Arbeitsschutz, Energieeffizienz und bei der Einhaltung von Hygiene- und sonstigen Vorschriften sichern und verbessern. Pro Projekt lassen sich zwischen 2.500 und 30.000 Euro beantragen. Das Ministerium nennt die Förderung für die Ausgabestellen in ganz Sachsen von grundlegender Bedeutung. Der Freistaat unterstützt die Tafeln auf diesem Weg seit fast zehn Jahren.
Von der Sanierung bis zur Neuausstattung
Die geförderten Vorhaben unterscheiden sich im Umfang. Zu den kleineren Maßnahmen zählen die Sanierung eines Abwasserschachtes und die Neuanschaffung eines Klimagerätes. Zu den größeren Investitionen zählen etwa die Neuausstattung einer Tafel sowie die Wärmedämmung eines Ausgaberaums. Zehn Projekte liegen in kreisfreien Städten. Die übrigen zwölf betreffen Einrichtungen im Vogtland, im Erzgebirge, im Landkreis Leipzig, in Mittelsachsen, Meißen, Bautzen und Görlitz.
Staatsministerin Petra Köpping sagte, neue Kühlfahrzeuge, Kühlgeräte, dringende Reparaturen und Modernisierungen helfen, die Ausgabe an Bedürftige bestmöglich zu organisieren und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Sie wolle, dass auch der nächste sächsische Doppelhaushalt wieder Fördergelder für das Programm vorsehe. Sie fasst zusammen: „Diese konkrete und nachhaltige Unterstützung ist für die Tafeleinrichtungen eine große Hilfe.“
Hilfen für Ehrenamtliche
Für Ehrenamtliche bei den Tafeln gibt es weitere Angebote. Über das Programm „Wir für Sachsen“ können sie eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 40 Euro beantragen. Die Sächsische Ehrenamtskarte bringt Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen wie Museen, Burgen und Schwimmbädern, neuerdings auch in der Gastronomie. Seit diesem Jahr gibt es sie auch digital über die neue Ehrenamtskarten-App.
In Sachsen engagieren sich nach Angaben des Ministeriums 45 Tafeleinrichtungen sowie der Landesverband „Tafel Sachsen e.V.“ für bedürftige Menschen. Zusammen unterhalten sie rund 110 feste und mobile Stellen, an denen Lebensmittel ausgegeben werden.
In Kürze
- Förderung pro Projekt: zwischen 2.500 und 30.000 Euro
- Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche im Programm „Wir für Sachsen“: monatlich 40 Euro
- Anträge für „Wir für Sachsen“ lassen sich über https://www.wfs-foerderportal.de/ stellen
- Informationen zur Sächsischen Ehrenamtskarte gibt es unter https://www.ehrenamt.sachsen.de/ehrenamtskarte.html
Randbemerkung
Dass Geld für Kühltechnik und Reparaturen fließt, nützt den Ausgabestellen im Alltag unmittelbar. Offen bleibt, wie viele Anträge abgelehnt wurden und ob die Förderung den Bedarf deckt. Auch die Zusage für den nächsten Doppelhaushalt ist bisher nur ein Wunsch der Ministerin. Ehrenamtliche in Plauen, Freiberg und Schneeberg sollten die Angebote für sich prüfen.

