Naunhof: 170 Waldpädagogen treffen sich zur Fachtagung 2026

SachsenNaunhof: 170 Waldpädagogen treffen sich zur Fachtagung 2026

Dresden – In Naunhof hat am 27.10.2026 die Waldpädagogiktagung begonnen. Zum Auftakt wurden die Waldpädagogikzertifikate 2026 übergeben. Zwei Tage lang treffen sich rund 170 Fachleute aus ganz Deutschland, darunter Wald- und Umweltpädagogen, zertifizierte Natur- und Landschaftsführer und Akteure aus dem formellen wie informellen Bildungsbereich. Ausgerichtet wird die Tagung vom Bundesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gemeinsam mit der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt (LaNU), dem Landesverband der SDW und Sachsenforst. Das teilte der Staatsbetrieb Sachsenforst mit.

Zwei Veranstaltungen in einer

Die Tagung vereint in diesem Jahr zwei Formate. Das Waldpädagogik-Forum für sächsische Wald- und Umweltpädagogen findet seit 2015 alle zwei Jahre statt. Ebenfalls im Zweijahresrhythmus lädt der Bundesverband der SDW zu seiner bundesweiten Waldpädagogiktagung ein. Für 2026 entschieden sich die Veranstalter für eine gemeinsame Ausrichtung in Naunhof.

Zertifikat nach gleichen Standards

Den Titel der staatlich zertifizierten Waldpädagogin oder des staatlich zertifizierten Waldpädagogen vergeben 13 Bundesländer nach gleichen Qualitätsstandards. Vermittelt werden Grundlagen zu Pädagogik, Forst und Ökosystem Wald, Rechtsgrundlagen und mehrere Aufbaumodule für die Praxis. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung gehört nach Angaben von Sachsenforst untrennbar zur Waldpädagogik. Wer das Zertifikat behalten will, muss alle drei Jahre eine Weiterbildung nachweisen.

In Sachsen wird in drei Schritten bewertet: Zuerst steht die Konzeption an, dann folgen die praktische Prüfung und schließlich die theoretische Prüfung, verbunden mit einem Gespräch, in dem die Praxisprüfung reflektiert wird. Bis zum Tagungsbeginn legten 2026 insgesamt 27 Personen die Prüfung ab, fünf davon mit dem Prädikat „besonderer Erfolg“. Sachsenforst bietet Zertifikatskurse seit 2011 mit der LaNU an, seit 2016 auch mit der TU Dresden, Fachrichtung Forstwissenschaften in Tharandt. Inzwischen gibt es in Sachsen 249 Zertifikatsträgerinnen und -träger.

Waldpädagogik bei Sachsenforst

Waldpädagogik soll nach Darstellung von Sachsenforst über reine Wissensvermittlung hinausgehen. Ziel ist es, Menschen im verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Wald zu bestärken, ihnen ein positives Naturbild zu vermitteln und ihnen zu helfen, das eigene wie das gesellschaftliche Handeln gegenüber Wald und Umwelt zu bewerten.

Sachsenforst bietet Waldpädagogik in 12 Forstbezirken und 3 Schutzgebieten an. Zu Letzteren gehören das UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, der Nationalpark Sächsische Schweiz und das Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide, das als erstes deutsches Wildnisgebiet gilt. Der Staatsbetrieb unterhält außerdem 3 Waldschulheime sowie 15 Tageseinrichtungen mit wald- und umweltpädagogischem Angebot. Die größte davon ist das Wildgehege Moritzburg. Etliche der Einrichtungen sind in historischen Ritter- oder Herrschaftsgütern untergebracht, beispielsweise das Waldschulheim Conradswiese, die Walderlebnisscheune Taura sowie das Haus der Tausend Teiche.

Die Zahlen für 2025 im Überblick:

  • Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik fanden 4.064 Veranstaltungen statt, die 67.845 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten
  • Zu diesen zählten 69 Waldjugendspiele, an denen 5.685 Schülerinnen und Schüler teilnahmen
  • In den Waldschulheimen waren es rund 4.600 Gäste

Neben den Beschäftigten in Revieren und Forstbezirken braucht Sachsenforst für diese Angebote zertifizierte Waldpädagoginnen und Waldpädagogen, die auch außerhalb des Staatsbetriebs arbeiten und unterschiedliche Altersgruppen erreichen. Sachsenforst dankt ihnen für ihren Beitrag zur Umweltbildung.

In Kürze

  • Termin: 27.10.2026, zwei Tage
  • Ort: Naunhof
  • Teilnehmer: rund 170 aus ganz Deutschland

Zusammenhang

Wer in Sachsen das Zertifikat erwerben will, kann zwischen zwei Anbietern wählen. Laut Sachsenforst können Studierende der Forstwissenschaft den Kurs direkt an der TU Dresden besuchen. Für alle anderen Interessenten ist die Landesstiftung Natur und Umwelt Ansprechpartner. Sachsenforst ist Praktikums- und Prüfstelle.

Nach bestandener Prüfung gibt es ein Zertifikat des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft. Zur fortlaufenden Gültigkeit ist alle drei Jahre eine Rezertifizierung nötig. Dafür muss mindestens eine eintägige Präsenzfortbildung nachgewiesen werden, auch als zwei halbtägige möglich.

Als Teilnahmevoraussetzung nennt Sachsenforst eine Berufsausbildung. Bewerbungsfrist ist Ende Januar des jeweiligen Jahres, einzureichen sind Lebenslauf und Motivationsschreiben. Vor dem Praktikum ist ein Erste-Hilfe-Kurs für betriebliche Ersthelfer nachzuweisen. Die Prüfung ist innerhalb von drei Jahren nach dem Blockunterricht (TU Dresden) bzw. nach allen Pflichtmodulen (LaNU-Kurs) möglich.

Die Forstchefs der Länder verpflichteten sich im April 2007, die Zertifikatsabschlüsse gegenseitig anzuerkennen. Das ermöglicht laut Sachsenforst, Lehrgang, Praktikum oder Prüfung bei einem Wohnortwechsel nach Sachsen hier abzulegen.

Randbemerkung

Die gemeinsame Ausrichtung bringt Fachleute aus Sachsen und dem Bund an einen Tisch, das dürfte dem Austausch nützen. Wer selbst Waldpädagogik anbieten möchte, findet im Hintergrund den Weg zum Zertifikat. Offen lässt die Mitteilung, was die Teilnehmenden inhaltlich konkret beschließen oder mitnehmen.

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