Hartenstein: Tödlicher Unfall auf der A 72 Richtung Hof

Zwickau und VogtlandLandkreis ZwickauHartenstein: Tödlicher Unfall auf der A 72 Richtung Hof

Zwickau – Bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 72 bei Hartenstein ist am frühen Montagmorgen ein Mann gestorben. Sechs weitere Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Das teilte die Polizeidirektion Zwickau mit. Der Unfall ereignete sich am 26.10.2026 gegen 04:20 Uhr.

Nach Angaben der Polizei war ein 49-Jähriger mit einem VW Caddy auf dem linken Fahrstreifen in Richtung Hof unterwegs. Kurz hinter der Anschlussstelle Hartenstein geriet er nach links von der Fahrbahn und prallte gegen die Mittelschutzplanke. Sein Wagen schleuderte danach nach rechts über die Fahrbahn. Zwei nachfolgende Fahrzeuge prallten mit dem Caddy zusammen: ein Ford, den ein 58-Jähriger steuerte, und ein VW mit einem 44-jährigen Fahrer.

Der 49-jährige Caddy-Fahrer erlitt schwerste Verletzungen. Der Rettungsdienst versuchte ihn zu reanimieren, der Mann starb aber noch am Unfallort. Sein 21-jähriger Beifahrer wurde leicht verletzt. Der Fahrer des Ford erlitt beim Aufprall schwere Verletzungen. Im zweiten VW wurden der Fahrer und zwei weitere Insassen im Alter von 45 und 21 Jahren leicht verletzt, ein 51-jähriger Insasse schwer. Alle drei Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden.

Für Unfallaufnahme, Bergung und Reinigung wurde die Fahrtrichtung Hof bis etwa 10:30 Uhr voll gesperrt. Es bildete sich Stau. Ob Trümmerteile weitere Fahrzeuge beschädigten, ist Teil der laufenden Ermittlungen. Vor Ort waren außerdem Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Autobahnmeisterei und ein Kriseninterventionsteam im Einsatz.

Weitere Meldungen aus der Region

In Hartenstein krachte es bereits am Sonntag gegen 12:45 Uhr. Ein 17-Jähriger wollte mit einem Mopedauto der Marke Ligier von der Pflockenstraße aus die S 255 geradeaus überqueren und übersah dabei einen 62-jährigen Renault-Fahrer, der auf der S 255 in Richtung Autobahn fuhr. Beide Fahrzeuge waren danach nicht mehr fahrbereit. Die beiden Beteiligten wurden leicht verletzt und ambulant im Krankenhaus behandelt. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 10.000 Euro.

In Zwickau, Ortsteil Marienthal, fuhr ein 61-Jähriger in der Nacht zum Montag gegen 23:00 Uhr mit seinem Fiat-Wohnmobil verbotswidrig auf der Straßenbahnfahrbahn am Virchowplatz. Er fuhr gegen ein Begrenzungsgeländer und richtete etwa 6.000 Euro Schaden an. Weil aus dem Wohnmobil Betriebsmittel ausliefen, rückte die Feuerwehr an. Das Fahrzeug wurde abgeschleppt, gegen den Fahrer läuft ein Verfahren wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit.

In Wüstenbrand, einem Ortsteil von Hohenstein-Ernstthal, erfasste am Montag gegen 07:40 Uhr ein 55-jähriger Transporterfahrer einen 14-jährigen E-Scooter-Fahrer. Der Mann hatte den Jugendlichen auf der Hohensteiner Straße in Höhe des Abzweigs An den Heroldteichen überholt. Der 14-Jährige wurde leicht verletzt. Die Polizei ermittelt gegen den Fahrer des VW-Transporters wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Der Gesamtschaden an beiden Fahrzeugen beträgt rund 5.100 Euro.

Zusammenhang

Wie sich Autofahrer gegenüber Einsatzfahrzeugen verhalten müssen, erklärt die Polizei Sachsen auf ihrer Website. Sie verweist auf Paragraf 38 der Straßenverkehrsordnung: Bei blauem Blinklicht und Einsatzhorn eines nahenden Fahrzeugs müssen alle anderen Verkehrsteilnehmer sofort freie Bahn schaffen. Für Autobahnen nennt die Polizei die Regel, eine Rettungsgasse zu bilden.

Wer ein Einsatzfahrzeug im Rückspiegel bemerkt, muss laut Polizei sofort reagieren. Selbst bei einem Wagen, der erst in einigen Hundert Metern Distanz herannaht, gilt diese Regel.

Freie Bahn zu schaffen heißt nach Angaben der Polizei im Wesentlichen, rechts an den Straßenrand zu fahren. Hilfreich sei es, dabei zu blinken. So erkennen nachfolgende Fahrzeuge die Absicht, und der Einsatzfahrer sieht, dass sein Wegerecht beachtet wird. Die Polizei rät, ruhig und eindeutig zu fahren und abrupte Bremsmanöver oder gefährliche Ausweichbewegungen zu vermeiden.

Randbemerkung

Dass nach so einem Unfall mehrere Hilfsdienste und ein Kriseninterventionsteam gebraucht werden, zeigt, wie viele Menschen ein einziges Unglück betrifft. Zur Unfallursache sagt die Mitteilung nichts, dazu bleiben die Ermittlungen abzuwarten. Wer auf der Autobahn in einen Stau gerät, sollte die Rettungsgasse früh und konsequent freihalten.

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