Zwickau: 15. Museumsnacht lockt mit Holzkunst, Führungen und Konzerten

Kultur & FreizeitZwickau: 15. Museumsnacht lockt mit Holzkunst, Führungen und Konzerten

Zwickau – Zehn Kultureinrichtungen in Zwickau haben am vergangenen Samstag zwischen 18 und 24 Uhr ihre Türen geöffnet. Bei der 15. Museumsnacht kamen nach Angaben der Stadt zahlreiche Besucher, um von einem Haus zum nächsten zu ziehen. Das teilte das Kulturamt der Stadt Zwickau mit. Die Museumsnacht findet jedes Jahr Ende Oktober statt, wenn die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden.

Neu eröffnet wurde zu diesem Anlass die Ausstellung feuchtes holz in den Kunstsammlungen Max-Pechstein-Museum im ZwischenRAUM. Tobias Izsó, der aus Wien stammt, kam persönlich vorbei und berichtete von den Geschichten hinter seinen Objekten und deren Entstehung. Seine Arbeiten regen an, Holz in neuem Zusammenhang zu sehen und Alltagsgegenstände jenseits ihrer reinen Funktion wahrzunehmen. Im Nachtatelier gestalteten große und kleine Gäste bis in den späten Abend eigene Holzkunstwerke, mit experimentellen Drucktechniken entstanden Erinnerungsstücke.

Mitmachangebote gab es auch andernorts. In der Stadtbibliothek verwandelten Besucher abgelegte Lieblingsbücher beim Buch-Origami in Schmuckstücke. Im Gewandhaus übten Tanzbegeisterte in Kursen und zeigten ihre neuen Choreografien vor Publikum. Im Puppentheater sammelten mutige Gäste erste Bühnenerfahrung, und auf der Open Stage ernteten nicht nur junge Talente viel Beifall.

Besonders gefragt waren Führungen hinter die Kulissen. Im Dom St. Marien nahmen viele an der Emporenführung teil und hörten dabei Orgelmusik. Das Stadtarchiv meldete restlos ausgebuchte Führungen. Im Mittelpunkt stand, wie sich Gefahren für wertvolles Schriftgut frühzeitig erkennen und größere Schäden durch Gegenmaßnahmen vermeiden lassen. Drei Stadtführungen von jeweils 90 Minuten durch die Altstadt stießen ebenfalls auf große Nachfrage.

Im Bürgersaal des Rathauses erzählte Dr. Lutz Mahnke, Leiter der Ratsschulbibliothek, von Foltergeschichten im Rathaus. Vorträge und Lesungen gehören traditionell zur Museumsnacht. Den musikalischen Auftakt machte die Chorvereinigung Sachsenring Zwickau e.V. im August Horch Museum. Die Zeitlosen entführten in der Stadtbibliothek in die Zwanziger Jahre, und Dr. Thomas Synofzik, Leiter des Robert-Schumann-Hauses, spielte Klavier von Geisterhand. Beliebt waren auch Gedichtvertonungen sowie Grammophon-Vorführungen, bei denen historische Schellackaufnahmen jüdischer Sängerinnen und Sänger erklangen. In den Priesterhäusern spielten die Muggefugg-Symphoniker Klezmer. Schülerinnen, Schüler und Lehrende des Robert Schumann Konservatoriums führten bei einem Konzert zu den Notenschätzen der Ratsschulbibliothek. Ungeprobt-Genial! spielte Live-Jazz auf dem Domhof.

Für Verpflegung sorgten Getränke und herzhafte wie süße Snacks. Die meisten Einrichtungen in der Innenstadt lagen fußläufig beieinander, zum August Horch Museum fuhr ein historischer Shuttle. Der Verein „Freunde des Nahverkehrs Zwickau e.V.“ setzte dafür wie gewohnt eine historische Straßenbahn und einen alten Ikarus-Bus ein. Die Stadt dankte den Sponsoren KMS Krauß | Partnerschaft mbB und der ZEV – Zwickauer Energieversorgung GmbH sowie allen Mitwirkenden.

In Kürze

  • Zeit: am vergangenen Samstag, 18 bis 24 Uhr
  • Teilnehmer: zehn Kultureinrichtungen in Zwickau
  • Stadtführungen: drei, jeweils 90 Minuten

Zusammenhang

Die Museumsnacht 2026 fand laut Stadt Zwickau am Samstag, den 24. Oktober 2026 von 18 bis 0 Uhr statt. Zehn Kultureinrichtungen beteiligten sich, darunter das August Horch Museum, der Dom St. Marien, die Priesterhäuser, das Puppentheater, die Ratsschulbibliothek, das Robert-Schumann-Haus, das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und das Theater Plauen-Zwickau.

Der Eintritt kostete für Erwachsene im Vorverkauf 8 Euro und an der Abendkasse 10 Euro. Kinder bis 16 Jahre hatten freien Eintritt.

Die Ausstellung feuchtes holz läuft nach Angaben der Stadt vom 24. Oktober 2026 bis zum 3. Januar 2027 am Domhof 2. Sie ist die letzte in der Reihe der Ausstellungen der Max-Pechstein-Förderpreisträger der Stadt Zwickau. Beim Nachtatelier konnten Besucher laut Stadt von 18 bis 24 Uhr in einer offenen Druckwerkstatt mit Strukturen und Drucktechniken experimentieren. Außerdem zeigte Nico Berkemeyer, bekannt als Schnitzberke, von 18 bis 22 Uhr live sein handwerkliches Können.

Randbemerkung

Die Mischung aus Mitmachangeboten, Führungen und Musik scheint zu tragen, vor allem die ausgebuchten Rundgänge zeigen den Wunsch nach Blicken hinter die Kulissen. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, wie viele Gäste genau kamen. Wer im nächsten Jahr Führungen besuchen möchte, sollte nach diesen Berichten früh planen.

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