Plauen: Kita-Kinder ernten Kartoffeln statt Äpfel im Lehrgarten

Umwelt & VerkehrPlauen: Kita-Kinder ernten Kartoffeln statt Äpfel im Lehrgarten

Plauen – Weil die Streuobstwiesen der Stadt in diesem Jahr keinen Ertrag brachten, mussten die Vorschulkinder der Kita Sonnenschein auf eine andere Frucht ausweichen. Am 19. Oktober holten sie Kartoffeln aus der Erde der Kleingartenanlage „Sternplatz“. Das teilte die Stadt Plauen mit.

Carmen Kretzschmar von der Lokalen Agenda hatte die Aktion zusammen mit dem Kleingartenverein organisiert. Die Kinder arbeiteten in Garten Nummer 6 an der Comeniusstraße, gemeinsam mit Torsten Grieser, dem Vorsitzenden des Kleingartenvereins, und erlebten die Ernte so unmittelbar mit. Der Garten ist ein Lehrgarten des Regionalverbandes der Kleingärtner. Dort wächst verschiedenes Obst und Gemüse, und er ist für solche Aktionen vorgesehen.

Die Kartoffeln nahmen die Kinder anschließend mit in die Kita. Am nächsten Tag, dem 20. Oktober, bereiteten sie die Knollen im Panorama-Restaurant bei Möbel biller selbst zu und aßen sie dort. Die meisten Kinder hatten sich Pommes gewünscht.

Kretzschmar sagte, die Aktion habe den Kindern die Qualität regionaler Produkte nähergebracht und ihnen einen gemeinsamen Tag an der frischen Luft ermöglicht. Eigentlich finde mit den Kindern immer die Apfelernte statt, in diesem Jahr habe man auf den „Erdapfel“ zurückgreifen müssen. Die Kinder hätten so die Herkunft von Lebensmitteln kennengelernt und praktische Erfahrungen in der Natur gesammelt.

Zusammenhang

Die Stadt Plauen bekennt sich nach eigenen Angaben auf ihrer Website seit 1998 zu den Zielen der Agenda 21. Beschlossen wurde sie 1992 bei der UN-Weltkonferenz in Rio de Janeiro. Als Leitgedanken nennt die Stadt: Global denken, lokal handeln.

Laut Stadt heißt nachhaltige Entwicklung, dass Staaten ihr Wohlergehen nicht zulasten der Natur, anderer Länder und Regionen, anderer Menschen oder künftiger Generationen sichern dürfen. Mit der Umsetzung des Arbeitsprogramms ist das Büro „lokale Agenda 21“ der Stadt beauftragt.

Zum Apfeljahr: Nach vorläufigen Schätzungen wird bundesweit eine unterdurchschnittliche Apfelernte erwartet. Die Prognose begründet dies damit, dass im Frühjahr und Sommer 2026 immer wieder Hitzeperioden auftraten und es lange trocken blieb. Zahlreiche Früchte werden deshalb noch vor der Reife abgeworfen, bleiben in ihrer Größe weit zurück oder tragen Spuren von Sonnenbrand. Für Sachsen wird eine besonders niedrige Ernte erwartet, ‑13,3 % gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt.

Randbemerkung

Aus der Not wurde eine Tugend: Der Ausfall der Apfelernte hat den Kindern eine Erfahrung gebracht, die sich gut merken lässt, vor allem wenn man die Pommes am Ende selbst isst. Offen bleibt, ob die Apfelernte im nächsten Jahr wieder zum Programm gehört. Schön wäre es, wenn der Lehrgarten öfter für Kita-Gruppen genutzt würde.

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