TU Chemnitz: Sensor-Paper mit IEEE Best Paper Award 2026 geehrt

Bildung & WissenschaftTU Chemnitz: Sensor-Paper mit IEEE Best Paper Award 2026 geehrt

Chemnitz – Ein Forschungsteam der Technischen Universität Chemnitz und des Sant Longowal Institute of Engineering and Technology (SLIET) im indischen Punjab hat den IEEE Sensors Journal Best Paper Award 2026 erhalten. Das teilte die TU Chemnitz mit. Nach ihren Angaben geht der Preis zum ersten Mal an ein deutsches Team. Ausgezeichnet wurde die Arbeit über einen mikrowellenbasierten Sensor, der die Feldkapazität von Böden misst und zugleich auf deren organischen Anteil reagiert.

Die Feldkapazität beschreibt, wie viel Wasser ein Boden behält und für Pflanzen bereithält, nachdem das überschüssige Wasser abgelaufen ist. Für die Wasserversorgung der Pflanzen ist sie laut Mitteilung entscheidender als der reine Feuchtegehalt. Der Sensor nutzt eine fraktale, selbstähnliche Antennengeometrie und misst die Feldkapazität per Mikrowelle direkt und zerstörungsfrei. Weil der Humusgehalt mitbestimmt, wie viel pflanzenverfügbares Wasser ein Boden binden kann, verbindet die Arbeit erstmals beide Größen in einem kompakten Sensordesign. Möglich werden soll damit eine präzisere und ressourcenschonendere Bewässerungssteuerung in der Landwirtschaft.

Die Publikation entstand im deutsch-indischen Projekt MISAS („MIcrostrip patch antenna and Surface Acoustic Wave Sensors“). Beteiligt waren die Professur Mess- und Sensortechnik unter Leitung von Prof. Dr. Olfa Kanoun in Chemnitz und die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Surinder Singh am SLIET. Zu den Autoren zählen außerdem Swaranpreet Kaur, M. M. Sinha und Dhivakar Rajendran. Von 2023 bis 2025 förderten der DAAD und das indische Department of Science and Technology (DST) das Vorhaben im DST-DAAD-Austauschprogramm. Nach Darstellung der TU brachte erst das Zusammenspiel von Sensordesign und Hochfrequenztechnik in Chemnitz einerseits sowie Bodenkunde und Materialcharakterisierung in Indien andererseits die Lösung hervor.

Die Zusammenarbeit geht weiter: Erstautorin Dr. Swaranpreet Kaur, inzwischen am National Institute of Technology (NIT) Delhi tätig, kommt mit einem Humboldt-Forschungsstipendium für zwei Jahre an die Chemnitzer Professur und setzt dort die Forschung zur mikrowellenbasierten Sensorik fort.

Kanoun sagte: „Wir freuen uns sehr, dass Dr. Kaur die gemeinsame Arbeit nun mit einem Humboldt-Stipendium direkt bei uns in Chemnitz fortsetzen wird.“ Singh ergänzte, die Auszeichnung zeige, dass die langjährige Partnerschaft der beiden Institute kontinuierlich neue, international sichtbare Ergebnisse hervorbringe.

Zum Preis teilte die TU mit, das IEEE Sensors Journal erscheine seit 2001 beim IEEE Sensors Council und gehöre zu den einflussreichsten Fachzeitschriften für Sensorforschung. Mit einem Impact Factor von 4,5 und über 3,7 Millionen Artikel-Downloads gehöre es zum Top-Quartil (Q1) seines Fachgebiets. Den jährlichen Best Paper Award erhalte weltweit nur eine Handvoll Publikationen.

In Kürze

  • Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Olfa Kanoun (Professur Mess- und Sensortechnik)
  • Kontakt per Mail: [email protected]
  • Veröffentlichung: IEEE Sensors Journal, vol. 25, no. 9, pp. 15023–15030, 2025

Randbemerkung

Für die Landwirtschaft klingt ein zerstörungsfreier Sensor, der Wasserspeicherung und Humusgehalt gemeinsam erfasst, praktisch. Offen lässt die Mitteilung, ob und wann das Verfahren außerhalb des Labors eingesetzt werden kann. Die Fortsetzung durch das Humboldt-Stipendium zeigt immerhin, dass die Arbeit in Chemnitz weitergeführt wird.

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