Racecar-hilft erhält das Ehrenamt des Monats September 2026

Chemnitz und ErzgebirgeErzgebirgeRacecar-hilft erhält das Ehrenamt des Monats September 2026

Annaberg-Buchholz – Der Verein Racecar-hilft e. V. ist vom Erzgebirgskreis als „Ehrenamt des Monats September 2026“ ausgezeichnet worden. Das teilte das Landratsamt Erzgebirgskreis mit. Die Fachstelle Ehrenamt überreichte dem Team eine Urkunde, die erzgebirgische Holzfigur „HelD“ (Helfen und Danken) und eine Einladung zum Großen Regionalpreis des Erzgebirgskreises ERZgeBÜRGER.

Der Verein will krebskranken Kindern und ihren Familien besondere Erlebnisse ermöglichen. Die Kinder und ihre Geschwister fahren auf dem Beifahrersitz eines echten Rennwagens mit. Sie dürfen außerdem an der Strecke dabei sein, den Tag in der Box verbringen, Räder mitwechseln und mit Mechanikern und Fahrern sprechen. Gegründet wurde das Projekt 2024 von einer Gruppe befreundeter Motorsportfans. Heute hat der Verein 20 Mitglieder und ein Netzwerk aus Partnern und Unterstützern.

Wie es begann

Die Anfänge der Idee liegen zehn Jahre zurück. Der heutige Vorsitzende Matthias Feist ermöglichte damals einem Freund eine Mitfahrt im Renntaxi am Lausitzring. Dort lernte er eine Initiative kennen, die den Motorsport für gute Zwecke nutzte.

So läuft ein Charity-Wochenende

Die Einladungen an die Familien verschickt der Sonnenstrahl e. V. in Dresden. Der Verein darf nach Feists Angaben an drei Veranstaltungen am Lausitzring teilnehmen, im Mai, August und Oktober. Pro Jahr nehmen demnach etwa 80 bis 100 Kinder in einem von insgesamt vier Rennwagen Platz. Die Fahrzeuge stellen Partner und Freunde aus der Schweiz, aus Stuttgart und aus Dresden bereit. Es handelt sich um Liebhaberfahrzeuge von Privatpersonen oder Vereinen, die sonst nicht an Rennserien teilnehmen. Ein Rennfahrerehepaar aus dem Schwarzwald stiftet gewonnene Pokale, damit die Kinder einen echten Rennsport-Pokal als Erinnerung erhalten.

Finanzierung und Aufwand

Für die Familien ist das Event kostenfrei. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Sponsoren und Spenden. Dafür stellt er das Projekt auf Veranstaltungen und Festivals vor, betreibt Aktionsstände, stellt Spendendosen auf und verkauft Tombolalose. Die jährlichen Kosten beziffert Feist auf ungefähr 50.000 Euro. Sie entstehen für Betrieb, Wartung und Reparaturen der Fahrzeuge, die Streckennutzung und eine Rennsportversicherung. Ohne die Unterstützung der Partner wären sie deutlich höher. Feist dankte allen Förderern, besonders der Dekra Lausitzring, sowie dem ehrenamtlich arbeitenden Team und seiner Familie.

Auch außerhalb der Renntage fällt Arbeit an, zum Beispiel: Anmeldung und Einladung der Familien, Versicherung, Logistik und Abstimmung mit dem Lausitzring. Hinzu kommen Termine bei Vereinen, Förderern und Sponsoren. Der Verein beteiligt sich außerdem an Benefizaktionen des Sonnenstrahl e. V. Mit der Initiative „Thom hilft“ unterstützt er sich gegenseitig beim Spendensammeln und stellt Renntaxi-Fahrten als Versteigerungspreise bereit. Über Kontakte zu Pirelli und zum ADAC konnten vier Familien die DTM auf dem Sachsenring besuchen.

Stimmen

Landrat Rico Anton zeigte sich beeindruckt: „Aus dem einfachen Wunsch Gutes zu tun, können Projekte entstehen, die bis dahin für unmöglich gehalten wurden“. Feist schilderte, mancher Kontakt zu Familien reiche weit über das Event hinaus, für eine Familie organisierte das Team eine Quad-Tour. Sein größter Wunsch sind gesunde Kinder. Solange das nicht erfüllt ist, wünscht er sich mehr Aufmerksamkeit für das Thema, mehr Kontakte im Rennsport und weitere Unterstützer.

Die Kampagne

Die Fachstelle Ehrenamt des Landratsamtes zeichnet im Rahmen der Kampagne „Ehrenamt des Monats“ einmal im Monat einen Verein, eine Initiative oder engagierte Einzelpersonen aus. Vorschläge lassen sich online oder per Brief einreichen.

In Kürze

  • Vorschläge für das Ehrenamt des Monats: online oder per Brief an die Fachstelle Ehrenamt
  • Weitere Informationen: www.ehrenamt.erzgebirgskreis.de/edm
  • Events des Vereins am Lausitzring: im Mai, August und im Oktober

Randbemerkung

Bemerkenswert ist, wie viel Organisation hinter den Renntagen steckt und dass alles ehrenamtlich läuft. Die Auszeichnung dürfte dem Verein helfen, bekannter zu werden, denn er sucht ausdrücklich weitere Unterstützer. Wer helfen möchte, kann sich an den Verein wenden.

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