Dresden – Das Bistum Dresden-Meißen trauert um die frühere Gemeindereferentin Gisela Zahn. Sie starb am Sonntag, 18. Oktober 2026, im Alter von 96 Jahren. Das teilte das Bistum mit. Ihren Lebensabend verbrachte sie zuletzt bei den Nazarethschwestern in Goppeln.
Das Requiem für die Verstorbene beginnt am Dienstag, 27. Oktober 2026, um 7.30 Uhr in der Klosterkirche der Nazarethschwestern in Goppeln. Um 11 Uhr folgt die Beisetzung auf dem Neuen Katholischen Friedhof.
Gisela Zahn kam am 29. Mai 1930 in Chemnitz zur Welt. 1950 trat sie bei den „Lehrschwestern zum Hl. Kreuz“ in Boppard ins Noviziat ein. Sie studierte Musik und arbeitete als Musiklehrerin in Bellinzona im Kanton Tessin. 1960 trat sie aus dem Orden aus und ging zurück in ihre Heimat, die damalige DDR.
Danach machte sie in Erfurt, am dortigen Diözesanseminar für Seelsorgehilfe und Caritas, eine Ausbildung. Diese schloss sie 1963 mit der Note sehr gut ab. Außerdem bestand sie die C-Prüfung als Organistin. Als Seelsorgehelferin begann sie ihren Dienst in der Pfarrei Eisenberg in Thüringen. Am 8. Dezember 1972 empfing sie die Jungfrauenweihe. Grimma, Aue und Schwarzenberg, Bautzen, Pirna sowie Olbernhau gehörten zu ihren Stationen. Wo es möglich war, verband sie die Seelsorge mit ihren Diensten als Organistin und Kantorin.
Das Bistum beschreibt sie als wache und engagierte Frau. Sie beschäftigte sich mit Artikeln im Theologischen Jahrbuch und stand mit einigen Autoren im Briefkontakt. Dabei ging es um Beispiele aus der seelsorgerischen Diasporapraxis und um katechetische Anliegen. Sie bewegte die Frage, welche Rolle Frauen innerhalb der Kirche einnehmen können.
1993 ging sie in den Ruhestand. Sie wohnte zunächst im Seniorenheim Edith Stein im Geraer Stadtteil Lusan und zuletzt in Goppeln. Der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators, Bertram Wolf, dankte ihr in der Mitteilung für ihren Einsatz an den verschiedenen Orten ihres Wirkens im Bistum und empfahl die Verstorbene dem fürbittenden Gebet der Gläubigen.
In Kürze
- Requiem: Dienstag, 27. Oktober 2026, 7.30 Uhr, Klosterkirche der Nazarethschwestern in Goppeln
- Beisetzung: 11 Uhr, Neuer Katholischer Friedhof, Bremer Straße 20
Zusammenhang
Wie das Bistum mitteilt, übernehmen Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Bistum Dresden-Meißen auf mehreren Feldern zentrale Aufgaben der Seelsorge. Sie sind größtenteils in den Pfarreien und Verantwortungsgemeinschaften eingesetzt. Dort kümmern sie sich vorwiegend um die Kinder- und Jugendarbeit, erteilen Religionsunterricht und sind für die Sakramentenkatechese verantwortlich.
Zu ihren Aufgaben zählen laut Bistum auf dessen Website außerdem die Vorbereitung und Gestaltung von Gottesdiensten, Erwachsenenbildung und die seelsorgerische Begleitung von Menschen. Stellenweise arbeiten Gemeindereferenten auch als Krankenhaus- oder Gefängnisseelsorger.
Eine kirchliche Begräbnisfeier wird laut Wikipedia im Allgemeinen von einem Priester oder Diakon geleitet. Kasel oder Dalmatik werden demnach nur zum Requiem getragen. Entfällt die Feier in der Kirche, zum Beispiel wegen eines allzu weiten Wegs bis zum Friedhof, beginnt die Beisetzung mit einem Wortgottesdienst am Sarg, der in der Friedhofskapelle oder Trauerhalle stattfindet, und im Anschluss zieht die Trauergemeinde in einer Prozession zum Grab.
Randbemerkung
Die Mitteilung zeichnet ein Berufsleben nach, das sich quer durch Sachsen zog und Seelsorge mit Kirchenmusik verband. Für Leser aus Schwarzenberg und Olbernhau ist interessant, dass Gisela Zahn dort wirkte. Die Mitteilung sagt allerdings nicht, in welchen Jahren sie an welchem Ort tätig war.

