Zwickau – Wer sich über Pflege informieren will, hat am Donnerstag, 5. November 2026, im Zwickauer Rathaus Gelegenheit dazu. Dort findet von 9.30 bis 17.00 Uhr der 3. Zwickauer Tag der Pflege und Betreuung statt, wie die Stadt Zwickau mitteilte. Das Angebot richtet sich an pflegebedürftige Menschen und Angehörige, an interessierte Bürger sowie an Fachleute und Beteiligte aus der Pflege, dem Gesundheitswesen und der sozialen Unterstützung. Es gibt Fachvorträge, Informationsstände und persönliche Gespräche.
Um 9:30 Uhr beginnt der Tag mit der Eröffnung durch Sebastian Lasch, den Bürgermeister für Finanzen und Ordnung der Stadt Zwickau. Danach folgen Vorträge zu Themen, die Pflegebedürftige und Angehörige täglich betreffen:
- Um 10.00 Uhr geht es um die Leistungen der Pflegeversicherung, es referiert Rico Anger, Pflegeberater der AOK PLUS
- Um 11.00 Uhr geht es darum, Menschen mit Demenz zu verstehen und zu begleiten; als Referentin spricht Prof. Dr. Eileen Goller von der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz
- 13.00 Uhr: Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung mit Notar Dr. Max Bärnreuther
- Um 14.00 Uhr befasst sich Romy Woyke von der Reha-aktiv GmbH mit der Gewaltprophylaxe in der Pflege
- Um 15:00 Uhr folgt mit Lars Petzold von der Diakonie Westsachsen das Thema, wie sich professionelle Angebote finanzieren lassen.
- 15.30 Uhr: Unterstützungsleistungen des Sozialamtes (Hilfen zur Pflege) mit Sebastian Stuckert, Landkreis Zwickau
- Um 16.00 Uhr spricht Katrin Werner vom Sozialverband VdK Sachsen e. V. über die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
Neu ist in diesem Jahr ein Plaudercafé des Caritasverbandes Dekanat Zwickau e. V. Es soll Raum für Begegnung und Austausch in ungezwungener Atmosphäre bieten. Dort kann man sich über eigene Erlebnisse und Hilfsangebote zur Pflege unterhalten.
Parallel beraten Partner an Informationsständen, darunter die AOK PLUS, der Asklepios Pflegedienst Zwickau, die Alippi GmbH, das Heinrich-Braun-Klinikum, die Diakonie Westsachsen, der Caritasverband mit dem Hospizdienst ELISA, der Sozialverband VdK, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter, der Arbeiter-Samariter-Bund, das Sanitätshaus Reha-aktiv, die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz sowie weitere Anbieter, darunter der Verein Aktiv ab 50 und eine Senioren- und Seniorenpflegeheim gGmbH. Die Themen reichen von Pflegeversicherung, Demenz und Vorsorge über Hilfsmittel und medizinische Versorgung bis zu Tages- und Kurzzeitpflege, Hospizarbeit, Palliativversorgung und betreutem Wohnen.
Der Tag soll die Vielfalt der regionalen Pflege- und Unterstützungslandschaft sichtbar machen und die Vernetzung der Akteure stärken. Das Pflegenetzwerk im Landkreis Zwickau organisiert den Tag, wobei der Landkreis Zwickau, die Stadt Zwickau und die Westsächsische Hochschule Zwickau Unterstützung leisten.
In Kürze
- Termin: Donnerstag, 5. November 2026, von 9.30 bis 17.00 Uhr
- Stattfinden wird die Veranstaltung im Rathaus der Stadt Zwickau
- Weitere Informationen gibt es unter www.zwickau.de/pflegetag
Zusammenhang
Zum Thema Vorsorge, das beim Vortrag um 13.00 Uhr behandelt wird, informiert die Sächsische Landesärztekammer. Mit einer Patientenverfügung legt man demnach im Voraus fest, welche medizinischen Behandlungen man in bestimmten Situationen erlaubt oder ablehnt. Damit sie gültig ist, müssen die Krankheitszustände und der Wille darin konkret beschrieben sein.
Bei einer Vorsorgevollmacht läuft es anders: Man stattet eine Person seines Vertrauens von vornherein mit Handlungsrechten aus, und ein Gericht muss dafür nicht tätig werden. Die Vollmacht lässt sich auf die Gesundheitsfürsorge beschränken, sie kann aber ebenso weitere Felder abdecken, etwa den Kontakt zu Behörden oder die Verwaltung des Vermögens.
Die Landesärztekammer empfiehlt, vor der Benennung einer Vertrauensperson deren Einverständnis einzuholen und mit ihr über die eigenen Wünsche zu sprechen. Außerdem rät sie, sich beraten zu lassen, etwa durch einen Arzt des Vertrauens oder geschultes Fachpersonal. Bei Vollmachten im vermögensrechtlichen Bereich empfehle sich auch juristischer Rat. Muster für Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht stellt die Kammer zum Herunterladen bereit.
Randbemerkung
Das Programm deckt viele Fragen ab, die Familien meist erst im Ernstfall stellen. Praktisch ist, dass Vorträge und Beratungsstände am selben Ort stattfinden. Wer zu einem bestimmten Vortrag kommen möchte, sollte die Uhrzeit im Blick behalten. Nicht erkennbar ist, ob man sich anmelden muss.

