Zwickau: Schüler gedenken am Schwanenteich der ermordeten Polizistin Kiesewetter

Kultur & FreizeitZwickau: Schüler gedenken am Schwanenteich der ermordeten Polizistin Kiesewetter

Eine Schülergruppe des Christlichen Peter-Breuer-Gymnasiums hat am 27. Oktober am Schwanenteich in Zwickau an die ermordete Polizistin Michèle Kiesewetter erinnert. Das teilte das Bistum Dresden-Meißen mit. Schülerinnen und Schüler des Sprachprofils der Klassenstufe 9 besuchten den Gedenkbaum gemeinsam mit Lehrkräften und hielten einen stillen Moment ab.

Die Schule hat die Patenschaft für diesen Baum im Schwanenteichgelände übernommen. Sie kümmert sich darum jedes Jahr zusammen mit dem Alten Gasometer. Rund um den Geburtstag der jungen Polizistin geht dafür eine Gruppe zum Baum. Diesmal hängten die Jugendlichen Papierkraniche in die Zweige.

Was der Kranich bedeutet

In vielen Kulturen gilt der Kranich als kraftvolles Symbol, das Frieden, Hoffnung und Langlebigkeit mit Glück verbindet. In Japan steht er zudem für Glück und Treue. Dort ist der gefaltete Origami-Kranich ein Zeichen des Friedens geworden. Einer alten Überlieferung zufolge erfüllt sich ein Wunsch, sobald tausend Kraniche gefaltet sind. Bekannt ist diese Tradition rund um den Globus durch Sadako Sasaki aus Hiroshima. Das Mädchen erkrankte nach dem Atombombenabwurf und faltete Kraniche, weil sie auf Genesung hoffte. Inzwischen verkörpern Papierkraniche den Wunsch nach Frieden und die Absage an Gewalt. Weil der Kranich als Zugvogel stets wiederkehrt, gilt er zudem als Sinnbild für eine Verbundenheit, die Zeit und Entfernung überdauert.

Der Hintergrund des Gedenkens

Die Kraniche im Baum sollen an Kiesewetter erinnern, deren Leben viel zu früh endete. Gleichzeitig stehen sie für die Hoffnung auf Frieden und auf ein Zusammenleben ohne Gewalt. Kiesewetter wurde 2007 im Alter von 22 Jahren in Heilbronn während ihres Dienstes ermordet. Später ordnete man die Tat dem rechtsextremen „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) zu, der über Jahre im Untergrund in Zwickau lebte. Die Schule möchte nach eigenen Angaben deshalb die Erinnerung an das Opfer lebendig halten. Menschenverachtende Gewalt und Extremismus hätten in der Gesellschaft keinen Platz.

Das Gedenken, das jedes Jahr stattfindet, soll nach Angaben der Schule ein Zeichen setzen, „für das Erinnern, für Zivilcourage und für ein friedliches Miteinander“.

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