Chemnitz – Kranzniederlegung an der Stele am Stephanplatz am 9. November, 11 Uhr – Lichterwege ab 16 Uhr, Stadtgebiet – Lesung ab 18.30 Uhr in der Hartmannfabrik
am Montag, dem 9. November, 11 Uhr erinnert die Stadt Chemnitz an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 und an die während der faschistischen Gewaltherrschaft ermordeten sechs Millionen jüdischen Menschen. Oberbürgermeister Sven Schulze legt an der Stele am Stephanplatz, dem früheren Standort der Chemnitzer Synagoge, einen Kranz nieder. Grußworte sprechen außerdem Landtagspräsident Alexander Dierks, Dr. Ruth Röcher, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, und Hannah Allen, Nachfahrin der jüdischen Chemnitzer Familie Magen. Der Chor der Jüdischen Gemeinde Chemnitz gestaltet die Gedenkveranstaltung musikalisch.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Vertreter:innen der Medien sind ebenfalls eingeladen.
In der Nacht des 9. November 1938 brannten Synagogen, jüdische Menschen wurden verhaftet, verschleppt und erschossen. Die Nacht markiert den Wendepunkt von der Diskriminierung hin zu Deportation und Ermordung.
Straßensperrung
Aufgrund der Veranstaltung wird die Reichsstraße zwischen Zwickauer Straße und Weststraße von ca. 10.45 Uhr bis ca. 12.15 Uhr komplett gesperrt. Verkehrsteilnehmer:innen werden gebeten, den Bereich über die Zwickauer Straße – Barbarossastraße – Weststraße großräumig zu umfahren. Die Veranstaltung wird durch die Polizeidirektion Chemnitz zusätzlich mit operativen Maßnahmen abgesichert. Etwaige Veränderungen im Busbetrieb gibt die CVAG gesondert bekannt.
Weitere Veranstaltungen
Lichterwege: 9. November, ab 16 Uhr, im gesamten Stadtgebiet
Die Chemnitzer:innen sind eingeladen, in Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft die Chemnitzer Stolpersteine zu putzen und zu beleuchten. Mit der Aktion wird ein Zeichen gegen das Vergessen in der gesamten Stadt gesetzt. Alle Standorte der Stolpersteine sind auf www.chemnitz.de/stolpersteine zu finden. Eine Veranstaltung der AG Stolpersteine und der Buntmacher*innen. Die Veranstaltung ist öffentlich.
Lesung: 9. November, 18.30 Uhr, Hartmannfabrik, Fabrikstraße 11
Mit den Worten „die deutschen Vorgänge sind tiefstes Mittelalter“ kommentiert der jüdische Fabrikant Karl Goeritz in einem Brief vom 16. November 1938 an den weltberühmten Geiger Bronisław Huberman die Vorgänge in Deutschland. Zum Abschluss der diesjährigen „Lichterwege“ widmet sich die Veranstaltung in der Hartmannfabrik den schrecklichen Ereignissen jener Herbst- und Wintertage vor nunmehr 88 Jahren, der „Katastrophe vor der Katastrophe“. Augenzeugenberichte und Zeitzeugnisse werden dabei mit lange verloren geglaubten Originalaufnahmen jüdischer Plattenfirmen in Berlin in eine spannungsreiche und erschütternde Relation gebracht. Stella Maria Adorf, deren Großmutter eine enge Freundschaft mit Karl Goeritz verband, wird zu Gast sein. Der Eintritt ist kostenfrei. Vertreter:innen der Medien sind ebenfalls eingeladen.
Eine Kooperation des Buntmacher*innen e. V. und der Stadt Chemnitz im Themenjahr „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“. Gefördert durch die Kulturförderung der Stadt Chemnitz und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Alle Veranstaltungen sind unter www.chemnitz.de/gedenken-reichspogromnacht sowie im angehängten Flyer zu finden.

