Dresden – Wenn ein Betrieb weitergegeben wird, sichert das Arbeitsplätze: Dafür hat die Bürgschaftsbank Sachsen am 3. November 2026 auf Schloss Albrechtsberg in Dresden den Sächsischen Meilenstein 2026 vergeben, teilte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz mit. Zwei der ausgezeichneten Firmen kommen aus dem Erzgebirge: die Elektro Burkert GmbH aus Scheibenberg und das Haarpflegehaus Schubert aus Aue-Bad Schlema. Einen Sonderpreis erhielt außerdem das Schlosscafé Sweet Sophie in Waldenburg im Landkreis Zwickau.
Den Wettbewerb richtet die Bürgschaftsbank seit 2011 aus. Drei Unternehmen erhielten den Hauptpreis, zwei bekamen Sonderpreise der Jury. Die Preisgelder betragen zusammen 19.000 Euro. Wirtschaftsminister Dirk Panter ist Schirmherr und überreichte die Trophäen. Ihren Sitz haben die ausgezeichneten Unternehmen im Leipziger Land, im Landkreis Zwickau, im Erzgebirgskreis und im Landkreis Bautzen.
Die Preisträger
Elektro Burkert GmbH, Scheibenberg (unternehmensexterne Nachfolge): Der Inhaber Ralph Burkert starb unerwartet, der Betrieb stand daraufhin zum Verkauf. Mark Dietze übernahm ihn mit allen Angestellten. Dafür verließ er sein gut bezahltes, sicheres Arbeitsverhältnis bei einem Dresdner Halbleiterunternehmen und ging zurück in seine erzgebirgische Heimat. Den Elektrobetrieb seines Vaters integrierte er in die GmbH, auch dessen Nachfolge ist damit gesichert. Übergeberin war Ursula Burkert.
Haarpflegehaus Schubert, Aue-Bad Schlema (Sonderpreis, familieninterne Nachfolge): Lara Tabea Beck übernahm den Familienbetrieb von ihrer Oma Gisela Beck. Sie war 24 Jahre alt und führt das 1888 gegründete Haus nun in fünfter Generation. Ihre Ausbildung machte sie bei einem Chemnitzer Friseur, nach der Rückkehr nach Aue renovierte sie den Salon nach eigenen Vorstellungen. Neben langjährigen Stammkunden frisiert ihr Team immer mehr junge Kundschaft.
Schlosscafé Sweet Sophie, Waldenburg (Sonderpreis, unternehmensexterne Nachfolge): Isabell Briese wagte während der Elternzeit mit ihrem dritten Kind die Selbstständigkeit. Die gelernte Gastronomin übernahm das Café von Nico Nüßner samt Personal und Inventar. Sie hatte nur zwei Monate Zeit, um die Firma zu gründen, Arbeitsverträge zu erstellen und Genehmigungen zu beschaffen. Belegschaft und Gäste sind ihr dankbar, dass das Café nicht schließen musste.
SHZ Sächsische Hebe- und Zurrtechnik GmbH, Großröhrsdorf (familieninterne Nachfolge): Der Betrieb fertigt Gurtkonstruktionen zur Sicherung und Bewegung von Lasten und beschäftigt rund 70 Personen. Günter Böhme übergab ihn im vergangenen Jahr an seine Kinder Matthias und Franziska Böhme. Matthias Böhme ist Geschäftsführer und plant eine neue Produktionshalle sowie eine Niederlassung in Chile.
Zimmerei Henri Mai GmbH, Markkleeberg (unternehmensinterne Nachfolge): Martin Scheibe übernahm die Zimmerei mit 25 Jahren von Henri Mai, zehn Jahre vor dessen geplantem Ruhestand. Mai arbeitet bis dahin im Betrieb mit. Seine Ausbildung schloss Scheibe als einer der Jahrgangsbesten ab, die Meisterschule finanzierte er mit einer Begabtenförderung.
Auswahl und Stimmen
Beworben hatten sich 76 Unternehmen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Torsten Gonschorek wertete ein Projektteam der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden alle Bewerbungen aus. Es betrachtete Kennzahlen wie die Entwicklung der Mitarbeitenden- und Umsatzzahl und den Bonitätsindex, außerdem den Umgang mit Herausforderungen im Nachfolgeprozess und die persönliche Entwicklung der Übernehmenden. Ein Wertungsgremium traf die Vorauswahl von 28 nominierten Unternehmen. Daraus wählte eine neunköpfige Jury unter Vorsitz von Heiner Hellfritzsch die Sieger. Dem Gremium gehörten Abgesandte des Wirtschaftsministeriums, der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern, der Steuerberaterkammer sowie der Bankenbranche an.
Minister Panter sagte: „Jedes Lebenswerk verdient eine Zukunft!“ Die frühzeitige und strategische Unternehmensnachfolge bleibe eine zentrale Aufgabe der Wirtschaftspolitik. Markus H. Michalow, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Sachsen, nannte die Preisträger „Hoffnungsträger einer ganzen Generation“.
In Kürze
- Preisverleihung: 3. November 2026, Schloss Albrechtsberg in Dresden
- Preisgelder: 19.000 Euro in Summe
- Mehr Informationen: https://saechsischer-meilenstein.de

