Annaberg-Buchholz – Im Oktober 2026 waren im Zuständigkeitsgebiet der Arbeitsagentur Annaberg-Buchholz weniger Menschen ohne Job als im September. 9.152 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 82 Personen weniger (-1 Prozent) als im Vormonat. Verglichen mit dem Vorjahr liegt die Zahl aber um 205 Personen bzw. 2 Prozent höher. Das teilte die Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz mit.
Die Arbeitslosenquote betrug 5,6 Prozent und lag damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr waren es 5,4 Prozent.
Cordula Hartrampf-Hirschberg, die die Geschäftsführung der Agentur leitet, sagte, die aus früheren Jahren bekannte Herbstbelebung bleibe auch dieses Jahr aus. Bis zum Jahresende erwarte sie keinen spürbaren Rückgang. Auf den Arbeitsmarkt wirkten sich nach wie vor die wirtschaftlichen Unsicherheiten und die globalen Risiken aus. Die Agentur flankiere die Lage mit Kurzarbeit und Weiterbildungsangeboten, unter anderem für Beschäftigte, und entlaste so zugleich den Arbeitsmarkt. Positiv sei, dass im letzten Monat 517 Menschen wieder Arbeit fanden und für 624 Personen eine Ausbildung oder Fördermaßnahme startete, wovon insbesondere Jugendliche profitiert hätten.
Rechtskreise
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) waren 3.380 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 87 weniger als im Vormonat, aber 51 mehr als vor einem Jahr. Beim Rechtskreis SGB II (Jobcenter) lag die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen bei 5.772, das sind 5 mehr als im Vormonat und 154 mehr als vor einem Jahr. 63 Prozent aller Arbeitslosen wurden von den Trägern der Grundsicherung (Jobcenter) betreut.
Bewegung am Arbeitsmarkt
Im Oktober meldeten sich 1.787 Personen neu arbeitslos, 511 von ihnen direkt aus Erwerbstätigkeit. 1.853 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. 517 von ihnen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 624 starteten in eine Ausbildung oder eine sonstige Maßnahme.
Die Unterbeschäftigung beträgt nach vorläufigen Angaben 10.691 Personen. Gegenüber September sank sie um 97 Personen (-0,9 Prozent), gegenüber Oktober 2025 stieg sie um 102 Personen (1 Prozent). Neben den Arbeitslosen zählen dazu auch Menschen, die etwa wegen einer arbeitsmarktpolitischen Förderung nicht als arbeitslos gelten.
Stellenmarkt
Neu gemeldet wurden im Oktober 398 Stellen, das sind 41 weniger als im September und 3 weniger als im Oktober 2025. Die meisten offenen Stellen gibt es bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Baugewerbe, im Kfz-Handel samt Instandhaltung und Reparatur sowie bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Im Bestand der Arbeitsagentur waren 2.155 offene Stellen, das sind 138 oder 6,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Zusammenhang
Wer arbeitslos wird, sollte die Fristen kennen. Die Bundesagentur für Arbeit schreibt auf ihrer Website, die Arbeitslosmeldung sei Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosengeld und eine bereits erfolgte Arbeitsuchendmeldung ersetze sie nicht. Melden kann man sich frühestens 3 Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit. Um finanzielle Nachteile zu vermeiden, muss die Meldung spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit erfolgen. Online geht das mit der Online-Funktion des Ausweises, sonst persönlich in der zuständigen Agentur.
Beim Kurzarbeitergeld stellt nicht der Beschäftigte den Antrag. Laut Merkblatt der Bundesagentur wird es auf Antrag des Arbeitgebers oder der Betriebsvertretung gewährt, wenn im Betrieb ein erheblicher Arbeitsausfall eingetreten ist. Ausgeschlossen sind unter anderem Personen, die nicht arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt sind.
Für Weiterbildungen nennt die Bundesagentur den Bildungsgutschein. Er wird erteilt, wenn die Weiterbildung notwendig ist, damit Arbeitslosigkeit beendet oder die drohende Arbeitslosigkeit abgewendet werden kann. Der erste Schritt ist der Kontakt zur Agentur für Arbeit oder zum Jobcenter, danach folgt ein Beratungsgespräch. Wer eine Weiterbildung mit Abschluss absolviert, erhält zusätzlich monatlich 150 Euro als Zuschuss.
Randbemerkung
Die Zahlen zeigen einen Arbeitsmarkt, der sich kaum bewegt: leichter Rückgang zum Vormonat, Plus zum Vorjahr. Für Betroffene zählt eher, welche Wege offenstehen. Wer eine Kündigung erhält, sollte früh das Gespräch mit der Agentur suchen. Offen bleibt, welche Branchen vor Ort konkret Kurzarbeit nutzen.

