Annaberg-Buchholz: Ausstellung „BOOMTOWN“ im Erzgebirgsmuseum eröffnet

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Annaberg-Buchholz – Im Erzgebirgsmuseum läuft ab sofort die Sonderausstellung „BOOMTOWN. Jüdische Unternehmen in der Posamentenindustrie in Annaberg und Buchholz“. Zur Eröffnung am Freitag, dem 30. Oktober 2026, kamen 16 Nachfahrinnen und Nachfahren einstiger jüdischer Unternehmerfamilien in die Stadt. Sie sind zwischen fünf und 80 Jahre alt und reisten aus den USA, Großbritannien und Ecuador an, um den Herkunftsort ihrer Familien zu besuchen und den Lebenswegen der Vorfahren nachzugehen. Das teilte die Stadt Annaberg-Buchholz mit.

Schon am Vormittag empfing Oberbürgermeister Rolf Schmidt die Gäste im historischen Berghauptmannszimmer des Annaberger Rathauses. Bis dahin kannten die Familien ihre Geschichte oft nur aus Namen, Dokumenten, Fotografien und überlieferten Erzählungen. Durch die persönliche Anwesenheit der Nachfahren gewann sie nach Angaben der Stadt eine neue, menschliche Dimension. In seinem Grußwort sagte Schmidt: „Ihre Familien haben die Geschichte unserer Stadt mitgeschrieben. Heute dürfen wir gemeinsam dafür sorgen, dass ihre Geschichten wieder gehört und weitererzählt werden.“

An der anschließenden Eröffnung nahmen zahlreiche Gäste teil, darunter Staatsministerin Barbara Klepsch. Für viele Nachfahren war es der Mitteilung zufolge ein berührender Moment: Sie erfuhren bislang unbekannte Einzelheiten aus dem Leben ihrer Vorfahren, entdeckten familiäre Zusammenhänge neu und konnten die frühere Bedeutung ihrer Familien für Annaberg und Buchholz in einen größeren historischen Zusammenhang einordnen. Die Ausstellung zeigt demnach das wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirken der Vorfahren und macht auch persönliche Lebenswege, Schicksale und Erinnerungen nachvollziehbar.

Die angereisten Familien zeigten sich dankbar und begeistert. Die Gastfreundschaft in der Stadt, die Eröffnungsfeier und die sorgfältig gestaltete Ausstellung hinterließen bei ihnen bleibende Eindrücke.

Klepsch sagte in ihrem Grußwort: „Denn aus historischen Namen werden persönliche Familiengeschichten. Und Menschen aus aller Welt kommen zusammen, um die Heimat ihrer Vorfahren kennenzulernen.“ Sie würdigte die Schau zudem als wichtigen Beitrag zum sächsischen Themenjahr „TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“. Das Themenjahr soll vor allem auf dem Land bisher kaum beachtete Zeugnisse jüdischen Lebens sichtbar machen und die Wertschätzung für dieses kulturelle Erbe erhöhen.

In Kürze

  • Ausstellung: „BOOMTOWN. Jüdische Unternehmen in der Posamentenindustrie in Annaberg und Buchholz“
  • Ort: Erzgebirgsmuseum
  • Eröffnung: Freitag, 30. Oktober 2026

Randbemerkung

Dass Nachfahren die weite Reise auf sich genommen haben, gibt der Ausstellung ein Gewicht, das Vitrinen allein nicht hätten. Für Besucher aus der Region lohnt sich der Blick auf ein Stück Stadtgeschichte, das offenbar lange wenig bekannt war. Die Mitteilung nennt weder Öffnungszeiten noch die Dauer der Schau.

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