Chemnitz – Volkshochschule: Vortrag am 5. November, 18 Uhr, Universitätsbibliothek
am Donnerstag, dem 5. November, 18 Uhr lädt die Volkshochschule zu einem Vortrag über das Gesundheitswesen der ehemaligen DDR in den Vortragssaal „Ideenreich“ der Universitätsbibliothek, Straße der Nationen 33, ein. Der Historiker Konstantin Wiesinger spricht unter dem Titel „Geschlossene Venerologische Stationen im ehemaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt“ über eben jene abgetrennten Klinikabteilungen in der damaligen DDR und geht der Frage nach, was auf diesen Stationen wirklich geschah.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen sind online unter dem Link zur Veranstaltung oder per E-Mail an [email protected] möglich.
Sie waren Ausreißerinnen oder sogenannte „Herumtreiberinnen“ – junge Frauen und Mädchen ab 12 Jahren, deren Verhalten und Lebenswandel in der sozialistischen DDR nicht erwünscht war. Da sie sonst meist nichts Verbotenes getan hatten, konnten sie nicht inhaftiert werden. Um sie dennoch bestrafen und disziplinieren zu können, wurden die Mädchen und Frauen unter dem Vorwand, eine ansteckende Geschlechtskrankheit zu haben, zwangseingewiesen. Zu Unrecht wurden die jungen Frauen wochenlang in den sogenannten „Geschlossenen Venerologischen Stationen“ isoliert. Entrechtet und wehrlos waren sie Willkür, Demütigungen und schweren Misshandlungen ausgesetzt. Viele Betroffene haben bleibende körperliche und seelische Schäden davongetragen.
Anders als die „Venerologischen Stationen“ von Städten wie Halle oder Leipzig waren die Abteilungen an anderen Orten, wie dem ehemaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt, bislang wenig untersucht worden. Inzwischen liegen auch hierfür aktuelle Forschungsergebnisse vor. Diese stellt Konstantin Wiesinger, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis, in seinem Vortrag vor.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Volkshochschule Chemnitz mit dem Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V., dem Institut für Politikwissenschaften der TU Chemnitz – mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

