Dresden – Neun Projekte aus Kitas, Schulen, Vereinen und Initiativen in Sachsen haben den Medienpädagogischen Preis 2026 erhalten. Sie teilen sich insgesamt 16.000 Euro. Das teilte das Sächsische Staatsministerium für Kultus mit. Die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM) und das Kultusministerium (SMK) vergaben die Auszeichnung zum 21. Mal. Gewürdigt wird damit die medienpädagogische Arbeit, die sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene richtet.
Vor rund 140 Gästen überreichten Vertreter von SLM und SMK sowie Jury-Mitglieder die Preise am 29. Oktober 2026 in der Dresdner Schauburg. Mit dem Preis wollen beide Institutionen das Engagement der Pädagoginnen und Pädagogen würdigen, medienpädagogische Arbeit stärker ins Licht rücken und neue Impulse für Angebote geben.
Kultusminister Conrad Clemens erklärte: „In Sachsen setzen wir auf eine frühe und starke Medienpädagogik.“ Vier der neun Projekte seien unmittelbar an Schulen entstanden, weitere Preise gingen an Kooperationen von Schulen mit außerschulischen Partnern. Die Themen reichten von Film und Fernsehen über den Einsatz von Virtual Reality sowie 3-D-Druck bis zu Künstlicher Intelligenz und sozialen Medien. Die Schülerinnen und Schüler lernten, Medien nicht nur zu nutzen, sondern auch kritisch zu prüfen und selbst kreativ einzusetzen.
Medienrätin Katja Röckel von der SLM verwies auf das Jahresthema „Miteinander im Gespräch – Medien als Brücke zur Verständigung“. Mit dem Thema befassten sich die beiden Projekte der Kategorie Jahresthema. Kinder setzen sich anhand von Filmen mit Vielfalt, Ausgrenzung und Zugehörigkeit auseinander, während Jugendliche aus Wohngruppen Kurzfilmprogramme zusammenstellen und die anschließenden Gespräche leiten.
Die Preisträger 2026
Jahresthema: „Film Macht Mut Sachsen“ vom Objektiv e.V. zeigt Kindern von sechs bis zwölf Jahren in Kurzfilmen Themen wie Vielfalt, Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus und demokratisches Zusammenleben. Verschiedene Schulen in Sachsen arbeiten bei dem Projekt mit. „KURZ.FiLM.SCOUTS“ der Filminitiative Dresden e.V. mit Fantasia Dresden e.V. lässt Jugendliche aus stationären Wohngruppen Filmveranstaltungen organisieren, die Technik bedienen und Publikumsgespräche moderieren.
Mit Kindern: In „neXus Home“ von Kris Flacke und Nico Schmiedhofer, mit CrossMediaTour e.V. und JohannStadt Quartier e.V., erleben Kinder in Minecraft, was Wohnungslosigkeit bedeutet. Beim „Kita-Kirchen-Memo“ der Integrativen BBW-Kita Elefant, Tiger und Knirps mit der edmedien gGmbH erkundeten Vorschulkinder die Leipziger Philippuskirche mit Tablets und entwickelten ein Memo-Spiel. Bei „Genug-Genau-Naundorf-TV“ der Grundschule Radebeul-Naundorf produzieren Viertklässler seit inzwischen 16 Jahren eigene Fernsehsendungen.
Mit Jugendlichen: Die Max-Klinger-Schule Leipzig und das Medienpädagogische Zentrum Leipzig verbanden in Jahrgangsstufe 10 Kunst mit Virtual Reality und 3-D-Druck. An der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz entwickelten fünf Schülerinnen und Schüler mit der Chemnitzer Filmwerkstatt e.V. für ein Fußballturnier einen fiktiven Verein samt Flyer, Homepage, Werbevideo und Logo. Dabei erprobten sie auch KI-Anwendungen.
Mit Erwachsenen: In „Honest Liars“ von BLINDSPOTLAB & Medienzirkus e.V. mit der Sächsischen Jugendstiftung untersuchten junge Erwachsene in einer Projektwoche Parallelen zwischen Zauberkunst, Desinformation und Verschwörungsmythen.
Intergenerativ: Sechstklässler des Gymnasiums Dresden-Bühlau gestalteten einen Elternabend als Social-Media-Messe mit Stationen zu TikTok, Instagram, YouTube und Suchtprävention.
In Kürze
- Preisverleihung: 29. Oktober 2026, Schauburg Dresden
- Preissumme: insgesamt 16.000 Euro für neun Preisträger
- Kontakt SLM: Ines Herzog, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0341 2259114, E-Mail: [email protected]
- Ansprechpartner im SMK ist Pressesprecher Tilo Schumann, erreichbar unter Tel. 0351 564 65100 oder per E-Mail: [email protected]
- Laudationen und weitere Informationen auf der Website der SLM
Zusammenhang
Die Ausschreibung für den Preis wurde am 30.03.2026 veröffentlicht. Wie der Medienservice Sachsen mitteilt, zeichnet der Wettbewerb sächsische Projekte und Bildungsformate aus, die auf neuartige Weise den kompetenten Umgang mit Medien stärken.
Bewerben konnten sich Vereine, Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen sowie Kindergärten, Schulen und Hochschulen aus Sachsen, die 2025 oder 2026 ein Medienbildungsangebot umgesetzt haben. Die Bewerbung war bis zum 17. August 2026 per E-Mail möglich. Laut Ausschreibung sollte eine Jury Anfang September über die Vergabe entscheiden.

