Freiberg – Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt ist in Mittelsachsen im Oktober ausgeblieben. Nach Angaben der Agentur für Arbeit Freiberg waren 9.208 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, im Vormonat waren es 9.220. Das sind 12 Personen oder 0,1 Prozent weniger. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber dem Vormonat unverändert bei 6,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 5,8 Prozent betragen, die Zahl der Arbeitslosen liegt aktuell um 3,1 Prozent oder 281 Personen höher als damals. Das teilte die Agentur für Arbeit Freiberg mit.
Zu- und Abgänge
Im Oktober meldeten sich 1.655 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 156 weniger als im Monat davor. 564 von ihnen waren zuvor erwerbstätig, 381 kamen aus einer Ausbildung oder Maßnahme. Auf der anderen Seite beendeten 1.660 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 508 oder 23,4 Prozent weniger als im Vormonat. 516 nahmen eine Beschäftigung auf, 356 begannen eine Ausbildung oder Maßnahme.
Die Regionen
In der Region Hainichen sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 26, in Döbeln um 9. In der Region Freiberg nahm sie um 23 Personen zu. Die Quote liegt in Hainichen bei 5,2 Prozent, in Freiberg bei 6,1 Prozent und in Döbeln bei 6,9 Prozent.
Stellenmarkt und Einordnung der Agentur
Seit Jahresbeginn wurden der Agentur 4.849 neue Arbeitsstellen gemeldet, 455 mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtbestand sind im Oktober 2.431 Stellen gemeldet, 65 oder 2,7 Prozent mehr als im Vormonat.
Als erfreulich bewertete Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg, dass sich weniger Menschen aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos meldeten. Problematisch sehe es dagegen bei den Abgängen aus, denn weniger Menschen schaffen den Sprung aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit. Mehr Stellenangebote führten nicht im gleichen Maße zu mehr Arbeitsaufnahmen. Mögliche Gründe seien ein nicht passgenaues Verhältnis zwischen Stellen und Qualifikationen sowie längere Besetzungsprozesse. Die Agentur investiere intensiv in individuelle Förderungen. Die Vermittlungsfachkräfte beraten laut Groschwald zu Qualifizierungslehrgängen, Weiterbildungen oder Umschulungen.
In Kürze
- Agenturbezirk gesamt: 9.208 Arbeitslose, im Jahresvergleich plus 281, zum Vormonat minus 12, Arbeitslosenquote 6,0 Prozent
- Region Hainichen: 2.879 Arbeitslose, im Jahresvergleich minus 44, zum Vormonat minus 26, Quote 5,2 Prozent
- Region Freiberg: 3.314 Arbeitslose, im Jahresvergleich plus 164, zum Vormonat plus 23, Quote 6,1 Prozent
- Region Döbeln: 3.015 Arbeitslose, im Jahresvergleich plus 161, zum Vormonat minus 9, Quote 6,9 Prozent
Zusammenhang
Für den Landkreis hatte die Agentur im Juni 9.033 Arbeitslose gemeldet. Die Quote lag damals bei 5,9 Prozent, ein Jahr zuvor bei 5,6 Prozent. Die Quoten der Regionen betrugen im Juni in Hainichen 5,2 Prozent, in Freiberg 6,0 Prozent und in Döbeln 6,7 Prozent.
Randbemerkung
Die Agentur benennt offen, dass mehr Stellen allein noch keine Arbeitsaufnahmen bedeuten. Für Arbeitsuchende ist der Hinweis auf Beratung zu Qualifizierung und Umschulung der konkreteste Ansatz der Mitteilung. Offen bleibt, wie sich die Lücke zwischen Stellen und Qualifikationen verkleinern lässt.

