Mittweida: Rennteam TMM startet Crowdfunding für neuen E-Rennwagen

Bildung & WissenschaftMittweida: Rennteam TMM startet Crowdfunding für neuen E-Rennwagen

Freiberg – Das Formula-Student-Team Technikum Mittweida Motorsport (TMM) der Hochschule Mittweida sammelt ab sofort Geld für sein nächstes Fahrzeug. Auf der Plattform Startnext wollen die Studierenden zunächst 5.000 Euro einwerben, die Kampagne läuft bis zum 24. März 2027. Das Geld ist für Materialien, Bauteile und Fertigungsmöglichkeiten gedacht. Die Hochschule Mittweida (HSMW) teilte mit, dass die Aktion zugleich der Auftakt für Crowdfunding an der Hochschule ist.

Geplant ist ein elektrisches Fahrzeug, das von zwei Motoren an der Hinterachse angetrieben wird. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt: Zuerst stehen Konzept, Konstruktion und Design im Mittelpunkt, in der Saison danach folgt der Bau. Zu den größten Änderungen zählt der Umstieg von 13- auf 10-Zoll-Reifen, auf den das Team die Konstruktion abstimmen muss. In das Fahrzeug fließen die Erfahrungen aus den Wettbewerben 2026 ein.

Im Team arbeiten Studierende verschiedener Fachrichtungen. Sie verbinden Konstruktion, Elektrotechnik und Fahrzeugsoftware mit Projektmanagement, Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit und treffen technische Entscheidungen selbst. Die Schwarmfinanzierung soll anders als klassisches Sponsoring eine niedrigschwellige Möglichkeit bieten, Projekte zu unterstützen.

Der kaufmännische Leiter von TMM, Hendrik Seidlitz, erklärte: „Die Summe hört sich klein an, aber sie ist ein erster Meilenstein.“ Von der vollständigen Finanzierung des neuen Rennwagens sei das Team mit dieser Summe noch weit entfernt. Bei Erfolg sollen weitere, konkret beschriebene Finanzierungsziele hinzukommen. Mitmachen kann jeder, die Höhe des Beitrags ist frei wählbar. Das Team freut sich außerdem über jeden, der die Kampagne im eigenen Netzwerk teilt.

Künftig will die HSMW weitere Hochschulprojekte beim Crowdfunding fördern und so Finanzierung, Sichtbarkeit und Reichweite verbessern. Beratung und Kommunikation übernimmt die Hochschulkommunikation. Victoria Hartwig betreut die Initiativen und erklärte, TMM habe eine bewährte Organisationsstruktur und Erfahrung mit Sponsoring. Als erstes Projekt auf der zentralen Crowdfunding-Seite der Hochschule bei Startnext dient die Kampagne als Pilot; die Erfahrungen sollen die Grundlage dafür sein, das Angebot auszuweiten. Tino Kressner, Mitgründer von Startnext und Alumnus der HSMW, begleitete die Vorbereitung mit großem Einsatz.

Die Saison 2026 war nach Angaben der Hochschule das erfolgreichste Jahr der Teamgeschichte. Anfang Juni eröffnete der „Golden Serpent“, der zehnte Rennwagen von TMM, beim Rollout die Saison. Das rund einhundertköpfige Team testete monatelang, unter anderem auf dem Sachsenring; an mehr als 20 Testtagen kamen über 400 Kilometer zusammen.

Im Juli landete TMM bei der Formula Student Switzerland in der Efficiency auf Rang 3, in der Gesamtwertung kam das Team auf Platz 8 von 21 Teams. Auf dem Hockenheimring, bei der Formula Student Germany (FSG), absolvierte das Team die Mechanical Inspection in lediglich 38 Minuten, für die Electrical Inspection benötigte es 44 Minuten. Im Gesamtergebnis belegte TMM Platz 34 von rund 80 Teams und war damit das beste Team der neuen Bundesländer. Nur 28 Teams kamen bei der 22 Kilometer langen Endurance ins Ziel, TMM war dabei. Der Golden Serpent erreichte in Polen in der Efficiency den 2. Platz, in der EV-Gesamtwertung kam er auf den 9. Platz. Im Autocross fuhr er ohne Aerodynamikpaket 92,093 Sekunden am Hockenheimring und ließ viele aerodynamisch optimierte Fahrzeuge hinter sich.

In Kürze

  • Plattform: Startnext
  • Erste Zielmarke: 5.000 Euro
  • Die Kampagne läuft vorerst bis zum 24. März 2027
  • Unterstützen: Spende in frei wählbarer Höhe oder Weiterverbreiten der Kampagne
  • Ansprechpartnerin für Crowdfunding an der HSMW: Victoria Hartwig, Hochschulkommunikation

Randbemerkung

Die Kampagne ist ein sinnvoller Test für die Hochschule, weil ein erfolgreiches Team mit sichtbaren Ergebnissen gute Voraussetzungen mitbringt. Offen bleibt, wie die weiteren Finanzierungsziele aussehen und welche Kosten der Wagen insgesamt verursacht. Wer unterstützen will, sollte die Beschreibung auf Startnext genau lesen.

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