Dresden – Die Hochschule Mittweida hat Richtfest für ihr neues Bibliotheks- und Archivgebäude gefeiert. Dabei waren Finanzstaatssekretär Sebastian Hecht, Wissenschaftsstaatssekretärin Prof. Dr. Heike Graßmann, Hochschulkanzler Ulrich Pietsch und Heike Krenkel, Leiterin der Niederlassung Chemnitz des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Der Neubau soll Information, Lernen und Kommunikation auf dem Campus an einem Ort zusammenführen.
Fertig sein soll das Haus bis Ende 2028. Es ist als Ort zum Lernen, Arbeiten und Recherchieren gedacht, mit reichlich Platz für digitale Medien und wandelbare Nutzungen. Das Hochschularchiv bekommt hier neue Räume, weil seine bisherigen Flächen nicht mehr genügen. Laut Mitteilung sind die neuen Räume bedarfsgerecht und klimagünstig.
Der Neubau schließt den Campusplatz nach Süden ab. So entsteht eine zentrale Fläche für Veranstaltungen, die von der umliegenden Bebauung klar eingefasst wird. Die Gesamtmaßnahme kostet rund 29 Millionen Euro. Darin eingerechnet sind auch die Gestaltung dieses Platzes über und unter der Erde sowie die nötige Infrastruktur.
Finanzstaatssekretär Hecht sagte, der Freistaat investiere nachhaltig in die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule. Das Gebäude biete baulich und technisch beste Voraussetzungen für gute Studienbedingungen, neue Lernwelten und den Austausch unter Studierenden. Er betonte: „Hier entsteht kein reiner Bücherstapelplatz.“
Staatssekretärin Graßmann sprach von einem Alleinstellungsmerkmal in der Region. Das Haus sei ein Wissensportal nicht nur für Studierende, sondern für alle, die seine Dienste nutzen wollen. Eine moderne Hochschulbibliothek sei ein Kompetenzzentrum und im Zeitalter von KI und Fake News ein Schutzraum für verlässliches Wissen. Außerdem biete sie mit einem sogenannten Open Space einen flexiblen Ort für Begegnung, Kommunikation und Lernen.
Kanzler Pietsch nannte die Bibliothek einen wichtigen Meilenstein für die Hochschule. Sie werde im Herzen des Campus ein Ort des Lernens, der Begegnung und der Kreativität. Er sagte: „Zukunft braucht Räume.“ An der Hochschule spreche man schon jetzt liebevoll vom „Campuswohnzimmer“.
Bauablauf und Raumaufteilung
Das SIB leitet das Projekt und baut seit Sommer 2025 am Gebäude. Vorher wurden seit Ende 2023 Medien umverlegt. Die Baugrube auszuheben war aufwendig, weil dort Felsgestein ansteht. Der Bau hat rund 3.300 Quadratmeter Nutzfläche auf fünf Stockwerken, oben auf dem Dach sitzt zudem die Technikzentrale. Im Rohbau stecken 3.200 Kubikmeter Beton und 400 Tonnen Stahl. Über dem dritten Obergeschoss liegt eine Decke aus Spannstahl, die den vorkragenden Gebäudeteil über dem Erdgeschoss trägt.
Im größtenteils unterirdischen Sockelgeschoss liegen Archiv, Magazine, Technik und flexible Gruppenräume. Das Erdgeschoss dient als Multifunktionsfoyer mit Veranstaltungsmedien und einer kleinen Cafeteria. In den drei Obergeschossen finden sich ein großer Freihandbereich, umlaufende, helle Leseplätze und Leseinseln, Loungeplätze sowie ruhige, abschließbare Arbeitsplätze, sogenannte Carrels.
Der Entwurf sieht einen markanten, eigenständigen Baukörper vor. Er hebt sich bewusst von den Nachbargebäuden ab und rundet das Ensemble zugleich architektonisch stimmig ab. Mit knapp 20 Metern Gesamthöhe soll er als „Leuchtturm“ im Stadtraum wirken.
In Kürze
- Fertigstellung: bis Ende 2028
- Gesamtbaumaßnahme: rund 29 Millionen Euro
- Nutzfläche: rund 3.300 Quadratmeter auf fünf Stockwerken
- Projektleitung: Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB)
Zusammenhang
Das Hochschulgesetz des Landes zählt die Hochschulbibliothek zu den zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen einer Hochschule. Sie soll Literatur und andere Informationsträger beschaffen, erschließen und verwalten, soweit Lehre, Forschung und Studium sie brauchen. Außerdem kooperiert sie mit Bibliotheken und Informationseinrichtungen von außerhalb.
Für staatliche Hochschulbauten ist der Staatsbetrieb zuständig, wie er auf seiner Website darstellt. Er baut für Universitäten, Fachhochschulen, Kunsthochschulen und Staatliche Studienakademien und berät die Hochschulen bei ihrer baulichen Weiterentwicklung. Der Bund ist am Hochschulbau beteiligt: Nach Angaben des Staatsbetriebs beträgt seine Mitfinanzierung ca. 50 % der Kosten.
Gebaut wird laut einer früheren Medieninformation zwischen Grunert-de-Jacome-Bau und Walter-Bruch-Bau. Zuvor stand an dieser Stelle die Baracke des Laserinstituts.
Randbemerkung
Dass die Bibliothek ausdrücklich auch für Menschen außerhalb der Hochschule gedacht ist, macht den Bau für die Stadt interessant. Offen bleibt, zu welchen Zeiten und unter welchen Bedingungen Externe das Haus nutzen können. Das Versprechen vom „Campuswohnzimmer“ wird sich erst im Betrieb zeigen.

